Der "böse" Schimmelpilz
l. Grundlagen der Schimmelpilzbildung
Pilze produzieren zur Fortpflanzung eine große Menge von Sporen. Diese Sporen sind mikroskopisch klein, also mit bloßem Auge nicht zu erkennen, und verteilen sich durch Luftbewegungen.
Da Schimmelpilze sehr anpassungsfähig sind, finden sich ihre Sporen in unsern Breiten überall, sowohl außerhalb als auch innerhalb von Häusern. Sie sind vom Keller bis zum Dach und von der Tiefkühltruhe bis zum Staubsauger zu finden.
Damit sich neue Pilze entwickeln können, brauchen die Sporen einen kohlenstoffhaltigen Untergrund als Nahrung und eine Mindestmenge an Feuchtigkeit.
In Wohnräumen finden Schimmelpilze vor allem auf und in organischen Materialien eine gute Nahrungsgrundlage. Dies sind vor allem Papier, Holzwerkstoffe, Gipskartonplatten und Textilien. Aus diesem Grund findet sich Schimmelpilz oft auf und unter Tapeten, auf Holzbalken, Vorhängen und Matratzen.
Mineralische Materialien sind für Schimmelpilze grundsätzlich ungeeignet, da sie keine Nahrungsgrundlage bieten. Allerdings enthalten viele mineralische Materialien organische Zuschlagstoffe, die völlig ausreichen, den Schimmelpilz zu ernähren. So kommt es, dass sich Schimmelpilz gerne auf Silikonfugen im Badezimmer oder in Mineralwolle ansiedelt. Selbst wenn keine Nährstoffe im Material vorhanden sind, kann auch die Verschmutzung der Oberfläche zum Beispiel mit Staub für einen Schimmelbefall ausreichen.
Einige wenige Materialien haben aufgrund ihres pH-Werts (Säurewerts) die Eigenschaft, Schimmelpilz fern zu halten. Hierzu gehören Kalk, Kalkputz, Kalkfarbe, Silikatputz und Silikatfarbe.
Andere Materialien können aufgrund ihrer Struktur Feuchtigkeit, also Wasser, aufnehmen, und von der Oberfläche weg in tiefere Schichten des Materials leiten - sie sind hygroskopisch. Dadurch ist die Feuchtigkeit auf der Oberfläche geringer und die Schimmelpilze haben somit schlechtere Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Dies trifft auf nachwachsende und organische Materialien wie Holz, aber auch auf Lehm, Ziegel und Silikatfaserplatten zu.
Hat sich Schimmelpilz erst einmal angesiedelt, wächst er und vermehrt sich. Wird er dabei gestört, versucht er, sein Überleben durch übermäßige Produktion von Sporen zu sichern. Diese Überlebensreaktion des Schimmelpilzes sollte unbedingt bedacht werden. Wird der Versuch unternommen, Schimmelpilz durch Austrocknen zu vertreiben, stellt er sein Wachstum ein und produziert übermäßig viele Sporen, um so seinen Fortbestand zu garantieren. Dies führt zu einer erhöhten Gesundheitsgefährdung.
Schimmelpilzsporen sind überall, zum Wachstum benötigen sie Nährstoffe und Feuchtigkeit. Es ist praktisch nicht möglich, einen Wohnraum zu schaffen, der keine Nahrungsangebote für Schimmel bietet. Um Schimmelpilz zu vermeiden, muss man sich deshalb auf die Vermeidung von Feuchtigkeit konzentrieren.




